Fast radlos im Nord-Elsass

Es geht Richtung Nord-Elsass. Die Elsässische Schweiz soll schön sein.

Brotzeit für unterwegs herrichten 

Auf dem Weg dorthin, man soll’s nicht übertreiben mit „Strecke machen“, bleiben wir eine Nacht in Oberhaslach. Eine kleine Rad-Runde am Nachmittag über Urmatt, klingt schon schweizerisch. Bietet aber keine Foto – Motive. 

Unser Stellplatz für heute Nacht ist an einem Bach am Rande einer Grünfläche, die heute, Sonntag, von X Familien zum grillen, toben, tratschen, Fußball spielen usw. benutzt wird. 

Ein plötzlich einsetzender Sturm, umherfliegende Teller und andere Dinge und schon hat das Treiben ein Ende und wir sind allein. 

Unser Ausflug in die elsässische Schweiz wird anders als erwartet. 

Der ausgesuchte Stellplatz gefällt uns nicht, das Wetter gefällt uns nicht, die Gegend ist extrem hügelig, nun kann ich nachvollziehen, warum alle Touren hier schwarz sind. 

Also für diese Art Singletrails bin ich nicht bereit. 

Weiter nach Hinsbourg 

Wir verbringen den Regennachmittag im und frierend neben dem Womo. 

Gerd macht n kleinen Spaziergang, ist davon auch nicht mit fetter Fotobeute heim gekommen. Und wenn Gerd schon sagt „war nicht besonders“, dann hätte ich wahrscheinlich auf halbem Weg verweigert.

Und gucken uns am nächsten Morgen wenigstens zu Fuß das hübsche Dörfchen La Petite-Pierre mit seiner Burg an. 

Tuberkulose – frei? Dann können wir ja hier einkehren

In einer Bäckerei kaufen wir Baguette und Gerd will natürlich was zum Kaffee. 

Er zeigt auf was und fragt wie das heißt. Die Verkäuferin gibt Worte von sich, die wir nicht verstehen oder nicht übersetzen können. 

Da tönt es von hinter uns „des nenne wir Schneggele“. Manche hier können/reden elsässisch. 

Dann wissen wir auch, was die Verkäuferin gesagt hat „escargot“! (à la crème). Kicher, also selbst wenn mir beim Anblick des Kuchenteils echt „Schnecke“ eingefallen wäre, dann hätte ich mich nie getraut, escargot zu sagen. Damit verbinde ich diese ekligen kleinen Schnecken, die Stefan früher gegessen hat. 

Von Hinsbourg nach Hunspach, wie originell unterschiedlich, da soll sich noch einer auskennen

Stellplatz am Abend am Friedhof. 

Beim obligatorischen Ortsrundgang treffen wir einen älteren Herren, der uns als Touris identifiziert und ca ne halbe Stunde zutextet (elsässisch), wie sich das Dorf und warum verändert hat, wer nun ganz alleine wo wohnt, wo die Kinder wohnen usw. Ganz interessant. Zum Teil.

Später geht’s uns nochmal genauso bei einer Frau, die an ihrem Haus rumwerkelt. 

Sie bringt uns ebenfalls auf den neuesten Stand der Dinge, wie es früher war und wie es heute ist. 

Sehr kommunikativ, diese Hunspacher.

Nachdem der Regen am nächsten Vormittag Pause hat, erkunden wir doch noch die umliegenden Dörfer. 

Da hinten sind die Vogesen 

Wieder Fachwerk, je nach Konfession „nur schwarz – weiß“ (protestantisch) oder „bunt“ (katholisch) 

Im Hagenauer Forst freuen sich die Vögel mit mir und zwitschern. (Ton an!)

Als wir unsere Räder nach der Radtour aufs Auto laden, bleibt auf dem Weg zum Friedhof eine alte Frau interessiert neben uns stehen, gibt zu, dass es wichtig ist, die Räder sicher zu verstauen, damit man sie nicht verliert „die camion verliere öfter die Schnüre zum befeschtige“ auch auf elsässisch, ein bisschen schwer zu verstehen.

Und bevor sie sich aufmacht, um zum Friedhof weiter zu gehen, singt sie uns noch ein französisches Kirchenlied.

Mit „ihr seid gesegnet“ geht sie weiter.

Im allgemeinen glauben wir, das wir mit Elsass nun „durch“ sind und uns langsam Richtung Vogesen bewegen können. In der Hoffnung auf besseres Wetter und dass es dort nicht reinschneit. Die Route des Crêtes liegt zT. 1600m hoch – glaub ich. 

Jedenfalls ist sie im April frei geräumt worden und damit die Wintersperre aufgehoben. 

Das kommende Wochenende ist hier schon wieder langes Wochenende. In Frankreich ist der 8. Mai, der Tag des offiziellen Endes der nationalsozialistischen Herrschaft, Feiertag. 

Mittwoch Abend: es regnet. Die Nächte sind inzwischen so um die 10 Grad. Tagsüber je nach Sonne (18°) oder Wolken/Regen (14°). Wir denken immer noch nicht an kurzärmligen Schlafanzug, daher müssen wir wohl bald wieder waschen…

Wir haben ein paar „radlose“ Tage hinter uns und hoffen auf wärmere Tage – auch für unsere kurzen Schlafanzüge.

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