Alle Pensions – Blümchen sind versorgt, Nachbars gut aus m Urlaub zurück. Die Zeichen stehen auf „Start“. Gutes Gefühl.
Es ist Juli, Hochsommer. Eigentlich ist es jetzt überall voll, wie im Allgäu. So sind wir auf das Ziel „Skandinavien“ gekommen. 2023 waren wir dort zum Midsommer und die Urlauber hielten sich in Grenzen.
Das hoffen wir dieses Mal auch.

Unsere nächsten Pläne: Mittwoch, 8.7. früh um 7:30 Uhr geht die Fähre von Rostock nach Trelleborg in Schweden.
Eine Woche später die Fähre von Schweden zu den Ålandinseln, die genau zwischen Schweden und Finnland liegen, zu Finnland gehören, aber die Landessprache schwedisch ist.

Ob das mit unserem „Stopp-over“ so klappt wissen wir erst, wenn’s soweit ist.
Laut Foren sind die Fähren im Hochsommer voll. Also wollten wir vorbuchen.
Die Linie Schweden – Finnland macht Stopp auf den Ålandinseln. So weit so gut, aber wenn wir für Mittwoch ein Ticket Schweden – Finnland haben, ein paar Tage auf den Inseln bleiben, wie können wir dann sicher sein, dass wir dort wieder weg kommen?
Der freundliche Herr bei Finnline meinte „wir haben große Fähren“. Ganz überzeugt bin ich nicht, aber vielleicht sollte ich nicht so viel in Foren lesen. Der Finnline Typ müsste es doch wissen… Gut, dass wir Zeit haben. So schlimm wird es dort nicht sein, dass wir uns nicht n Tag vertreiben können, wenn ne Fähre voll ist…

Im Allgäu waren es die letzten Wochen tropisch heiß. Für die Nächte zu Hause haben wir unser altes Moskitonetz im Schlafzimmer aufgehängt und so konnten wir alle Türen und Fenster offen lassen.
Unsere vergangenen Skandinavien – Urlaube haben uns gelehrt, dass auch mit aufpassen nicht möglich ist, Mücken gänzlich auszusperren.

Unser Elba Moskitonetz ist 2,20m hoch. Der Abstand Bett – Dach ca. 1,25m. Wir probieren unser Netz und was bleibt ist ein RiesenWust von einem Meter an allen 4 Seiten.


Also in letzter Sekunde n passenderes Netz besorgen. Beim Camping Berger in Isny ist es vorrätig, also kleiner Ausflug nach Isny.
Das Regal ist leer, der Verkäufer wenig motiviert.
Ich: „laut Homepage sind sie verfügbar, im Regal sind keine“
Er: (klickt auf seinem Monitor rum, ich schau aufmerksam zu „danke an die guten Brillengläser von Michael Schwab“) „sehen Sie hier! In der Filiale Isny nicht verfügbar“
Ich: “ dann klicken Sie doch mal auf die richtige Breite 1,60m“
Er tut wie ihm geheißen und meint kleinlaut: „dann muss es im Regal sein“
Ich :Triumph, haha
Er: „ich schau mal“
Regal ist und bleibt leer, Gerd zeigt ihm das Preisschildchen
Er: „das versteh ich jetzt nicht. Evtl wurde es geklaut‘
Danke fürs Gespräch.
Umsonst nach Isny, halber Tag dahin, und am schlimmsten: kein Moskitonetz
Auf dem Heimweg bestelle ich eins bei Camping Wagner. Guter Laden, haben wir schon mehrere Sachen gekauft. Liefert schnell und zuverlässig.
Was wir nicht bedacht haben: rund um unser Haus wird seit Monaten gebaut, Wasserrohre verlegt.
Gefühlt alle 2 Tage wechselt die Möglichkeit zu unserem Haus zu gelangen.
Mal über die Scheune (da kann unser Wohnmobil nicht hoch und runter, schleift mit m Auspuff auf), dann wieder unten, dann wieder oben.
Für die DHL Zusteller kein Spaß. Das sehe ich ein.
Für uns kein Spaß:
Am Mittwoch bekomme ich die Nachricht „.. Wurde ins Zustellfahrzeug geladen, wird heute zugestellt…“
Um 16:30 die Nachricht „leider verzögert sich… Nächster Zustellversuch morgen“
Donnerstag das gleiche. Makaber : wir sehen zufällig das DHL Auto oben auf der Straße fahren, aber er kommt nicht zu uns…
Freitag wollen wir los.
Post kommt normalerweise so um Mittag rum.
Wir packen alles fertig.
Zum Kaffee werden wir bei Gerds Neffen in Altdorf bei Nürnberg erwartet.
Mittag: kein DHL Auto zu sehen, der GPS Tracker zeigt seit früh um 10 Uhr die gleiche Position, noch mehr als 20 Zustell-stopps.
Wir tanken in Nesselwang Wasser und Sprit, machen letzte Besorgungen. All das wollten wir unterwegs machen, eigentlich.
Zu allem Überfluss bleiben wir mit der oberen Kante des Wohnmobils an der Bauhütte an unserer Einfahrt hängen und haben nun einen ca 1,5 m langen Kratzer drin… Ärger!
Start Nr. 1
Um 15!! Uhr beschließen wir mit unserem alten Moskitonetz einen letzten Urlaub zu gönnen und fahren los. Käsekuchen können wir eh schon knicken….
In Görisried kommt Leben in die App: noch 10 Zustell-stopps, ahhh. Da geht doch was…
Wir kehren um.
Noch 8 Zustell-stopps…
Noch 7 Zustell-stopps… Dann wieder Sense.
Laut GPS ist das Auto in Guggemoos, da kommen wir eh vorbei, weil die heutige Variante zu unserem Haus zu kommen oben bei der Scheune ist.
Kein gelbes Auto weit und breit. Nahezu im Sekundentakt aktualisiere ich die App. Und plötzlich:
IHR PAKET WURDE ZUGESTELLT !!
Tatsächlich liegt es vor der Haustüre.

Wir laden es ein und machen uns auf die Socken nach Nürnberg.
Start Nr. 2
Kommentar von Gerds Neffen: langsam wird’s mit der Lasagne auch eng…
Um halb acht sind wir endlich da. Ich verweigere die enge Hofeinfahrt, aber Gerd zirkelt das Auto in den Hof und wir sind endlich angekommen.

Die Kinder (9,5,4 Jahre) sind total aufgeregt. So n Wohnmobil haben sie noch nie gesehen.
Und Lasagne gibt’s auch noch.
Wir verbringen einen schönen Abend auf der Terrasse, eine ruhige Nacht und machen uns am späten Samstag Vormittag auf den Weg nach Norden.
Leider ist mein Plan, einen ehemaligen Kollegen in Sachsen zu besuchen daran gescheitert, dass er genau dieses Wochenende eine Reise nach Prag gebucht hat und am Freitag früh um 4 Uhr startet. Schade. Wäre bestimmt schön gewesen.
So gönnen wir uns einen Tag in der fränkischen Schweiz. Statt bei Mirko übernachten wir auf einem anderen Privat Grundstück für 10€ mit Superblick.

Erkunden den Ort und die Nachbarschaft Pottenstein noch mit m Rad. Wenig spektakulär. Eigentlich nur ne Burg und viele Eisdielen und noch mehr Touristen.

Am nächsten Tag 400 km weiter, um mit Landvergnügen auf einem Bio Demeter Hof in Kuhhorst /Fehrbellin zu bleiben.
Bastelstunde zur Installation unseres Moskitonetzes

Hatten schon schönere Plätze, aber sicher keine „gesünderen“. Der Hofladen jedenfalls ist gut sortiert und wird unser Essen die nächsten Tage gesund bereichern.
Muss ja nicht immer gesund sein: haben ein paar geschenkte Weine, die uns die Abende verschönern. Heute ist Karla Laubs Geschenk dran. Lecker war er!


Weiter nach Norden, fast in Rostock sind wir jetzt schon. In Position für die Fähre übermorgen früh um 7:30 Uhr nach Trelleborg. Es regnet.
Für 2 Nächte auf einem alten Hof. Ziemlich eng hier. Nettes Betreiber Ehepaar, Dusche leider nur kalt. Hatten uns schon auf ne „richtige Dusche“ gefreut…

Dann wird’s eben die XS – Variante „Duschen im Grauschafmobil“. Oder ne kalte Dusche? Körperpflege muss sein 🙂
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