Im Regen warten auf Schweden

Fast 24 Std. Dauerregen…. N Klo und Waschbecken gibt’s, also hat mein Zwergenmantel  wieder einen Einsatz. 

Der Wetterbericht hat Regen vorhergesagt. Wir würden gerne mit dem Rad Rostock ein bisschen erkunden. 

Nachts war es trocken, morgens regnet es, wir frühstücken seit langem mal wieder drinnen. 

Allerdings ist es nicht nur ein kurzer Schauer, sondern eher Dauerregen mit kurzen Unterbrechungen. Also dann eben kein „Rostock mit dem Rad“.

Ich hatte in park4night eine Gasflaschen – Füllstation gefunden. 

Das würde uns die „Sorge“, das Gas könnte je nach Wetter = Heizung und frei stehen = öfter duschen nicht reichen, nehmen. 

Wir haben im April und Mai aus Versehen die falsche Gasflasche angeschlossen und haben nun 2 nicht volle an Bord. Anfängerfehler. 

Laut Telefonat mit dem Gasflaschen – Mensch müsste es ganz problemlos sein, eine aufzufüllen. 

Zeit haben wir ja, also fahren wir hin und sind superschnell erfolgreich. 

Dann noch schnell n paar Liter Diesel tanken. In Schweden kostet der Liter ca. 1,60/1,70€, in Deutschland 1,80€. 

Wenigstens etwas. 

Tanken auch abgehakt. 

Zurück an der „unserem“ Hof, leeren wir noch unser Grauwasser, sehr improvisiert, aber funktioniert blendend. 

Unser „Schrittziel“ erreichen wir heute mit einem Spaziergang zu einer Mühle, hat Gerd auf mapy entdeckt, ist aber wenig spektakulär. 

Beim Mühlenteich „müssen“ wir kurz warten, hier haben andere Verkehrsteilnehmer Vorrang. 

Damit es uns nicht zuuuu gut geht, nehmen wir noch den dicksten Schauer des Tages mit und kommen pitschenass zum Wohnmobil zurück. 

Mit ein bisschen Sorge beobachten wir die Windvorhersage für morgen. 

6 Stunden durch die Ostsee mit roter Windhose. Och nee. 

Nach kurzer, stürmischer Nacht klingelt der Wecker um 4:45 Uhr. Keine Traumzeit für Rentner… 

Wir reihen uns in die Warteschlange ein 

Auf der „Mecklenburg-Vorpommern“ kriegt unser Grauschafmobil keinen überdachten Platz, sondern muss sich hinten draußen an den Rand quetschen. 

Na, wenigstens scheint die Sonne und so kann es 6 Stunden lang Solarstrom machen. Auch gut, denn wir sind die letzten 2 Tage ja kaum gefahren, hatten null Sonne und keinen Stromanschluss. 

Meer 🙂

6 Std. später: Ankunft in Trelleborg. Jetzt sind wir in Schweden 

Die Fähre spuckt ca. 400 Autos aus. Nichts wie weg. 

Alt bewährt ist immer gut: wir fahren wie vor 3 Jahren nach Ystad und übernachten leider wieder in 2. Reihe, aber mit Meerblick. 

Es ist erst Nachmittag, Ystad soll hübsch sein und letztes Mal hatten wir keine Zeit, also radeln wir rein. 

Der Hafen ist hier überschaubarer 

Hübsche Häuschen 

Der Bahnhof von Ystad, der zwar nicht sooo hübsch ist, aber der in allen „Wallander“ Filmen die Polizeiwache von Ystad darstellt. 

Das Wohnhaus von Wallander in der Mariagatan haben wir nicht gefunden, Wallander war auch nirgendwo unterwegs, aber Mörder – Gott sei Dank – auch keine. 

An unserem Strand in der Abendsonne 

Am nächsten Tag an der Südküste:

Valleberga, eine sehenswerte Kirche mit schönem Altar, eindrucksvollem Taufbecken, reich verzierter Kanzel, fast runder Orgel (der arme Organist, der wird doch taub?!), ne Kinderspielecke und wie immer in schwedischen Kirchen die Möglichkeit Geld zu spenden nicht mit ner Box sondern per App. 

Ganz in der Nähe: Ales Stenar, Schwedens Stonehenge, 67m lang und 19m breit. 

Ein Steinkreis in Form eines Schiffes aus 59 Steinen, jeder bis zu 1,8 t schwer.

Hier hätte ich mir Nicos Drohne gewünscht. Es gab keine Verbotsschilder und von oben sieht es viel besser aus.

Wir sind ein bisschen da oben rum spaziert, da startet plötzlich ein Gleitschirm direkt an der Kante der Klippe. Er kommt aber gar nicht hoch, sondern fliegt absolut knapp entlang der Klippe. Zuerst denken wir, der stürzt gleich ab, dann stellen wir fest, dass der das super gut kann und alles extra macht. Fasziniert sehen wir ihm zu.

So was hab ich noch nie gesehen.

Es heißt anscheinend „soaring“ und andere können das auch. Schreibt Nico, dem ich entsetzt ein Video schicke mit dem mütterlichen Hinweis: bitte niemals so was machen!

Soweit der entspannte Vormittag.

Die Stellplatzsuche ist heute das genaue Gegenteil.

Alles belegt. Juli. Meer. Schönes Wetter. (Temperaturen sind so ca 20-25 Grad, nachts 13-16) Nicht nur wir sind hier…

Völlig entnervt buchen wir einen Stellplatz, der neben einem Campingplatz ist. Als wir ihn sehen, sind wir entsetzt, es handelt sich um einen geschotterten Riesenplatz für Badegäste, völlig uncharmant direkt an der Straße.

Kleinlaut bitten wir um ein Upgrade und verbringen eine Nacht auf dem Campingplatz.

Direkt am Meer, warme Dusche, teuer.

Abends kneife ich noch, morgens vorm Frühstück bin ich, noch bettwarm, todesmutig und gehe (kurz! ) rein. Noch bevor ich ganz drin bin, tun mir vor Kälte schon die Füße weh. 17°C. Ich bin stolz auf mich.

Auf dem Weg nach Norden, noch 5 Tage bis Åland – Fähre (bei Stockholm) fahren wir dieses Jahr durchs Glasreich, viele Glasbläsereien auf engem Raum.

Nach dem Stellplatzsuchen-dilemma gestern haben wir heute keinen Bock auf Experimente und wählen einen Bauernhof, ohne Meer, ohne See und ohne weitere Wohnmobile. Wir sind ganz alleine hier (12 würden hin passen)

Der Gastgeber empfiehlt uns die Orrebros – Glasbläserei und unbedingt den Elchpark. 

Na, mal sehen. Wir stehen ja nicht so auf „Zoo“ 

Die Radtour in den nächsten Ort, wo wir schwedische Kronen aus dem Geldautomaten brauchen, denn hier ist nur Barzahlung oder swish app möglich. Swish ist das schwedische Paypal, aber man muss ein schwedisches Konto haben…. Also Bargeld. Ansonsten sind die Schweden völlig bargeldlos, siehe „Spenden in der Kirche“ und zahlen alles mit Karte oder parken mit Parkster-oder Easyparc -App 

In dem Ort, Nysbro, habe ich kein einziges Bild gemacht. Absolut nichts Sehenswertes…

Kein Wunder, dass wir hier alleine bleiben heute.

Aber schön still hier.

https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1bhLCCfMifGzBHfAHf27icJZz3YeVCxk&ll=56.27629731894201%2C14.779292982752715&z=7

Der Link müsste unsere Route zeigen.

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