Von der Auvergne zurück ins Allgäu

Auf unserem Womo Reiseführer ist folgendes Foto

Der letzte Stopp unserer Reise führt uns genau dorthin, nach Le Puy en Velay, ein Ort mit 3 markanten Vulkankegeln.

Auf einem, dem Rocher St. Michel, steht eine kleine Kapelle, auf einem eine Riesen Figur Notre Dame de…. Und auf dem niedrigsten eine Kathedrale.

Wir brauchen einen stadtnahen Platz, die Fahrräder wollen wir nicht mit auf sightseeing Tour nehmen und auf nem windigen Parkplatz wollen wir sie erst recht nicht lassen.

Direkt am Fuß des Rocher St. Michel ist ein Campingplatz. 12€, gebongt.

Mitten im Ort eine Baustelle, die bei uns sicher eine komplette Sperre und ausgeschilderte Umleitung zur Folge gehabt hätte. Wir müssen durch. Es geht um 2 cm rechts und links am Spiegel und den Rädern. Ich mach die Augen zu… Und höre nichts. Alles gut gegangen…

Es ist 10 vor 12. Bis 12 hat der Campingplatz offen, dann wieder ab 14 Uhr. Ich erkläre einer komplett genervten Dame, dass wir dort gerne übernachten möchten, aber sie weist mich ab.

Hinter uns warten schon weitere Womos mit dem gleichen Problem, blockieren den Kreisverkehr, es hupt… 

„Auschecken bis 12, einchecken ab 14 Uhr“. Reservieren? „Nur online“ und drückt mir einen Flyer in die Hand. 

Auf meine Frage, wo wir denn bis dahin stehen und warten können, meint sie, nicht weit ist ein Womo Stellplatz und dann gleich ein Super-U.

Gott sei Dank nicht in die Baustellen Richtung. Das hätte ich nicht überlebt.

Aber der Womo Stellplatz (5 Womos) ist besetzt, wer hätte das gedacht? Und am Super – U ein Riesenschild „keine Womos“. Klasse.

Uns rettet ein Lidl, nur n km weiter, bei dem wir unseren Flaschen – Wasservorrat auffüllen und dann – ganz gemütlich und romantisch auf m Parkplatz Brotzeit machen, um uns die Zeit bis 14 Uhr zu vertreiben. 

Immer mit der Angst, auf der Rückfahrt in die Baustelle zu geraten (einmal falsch abgebogen und es kann passiert sein) sind wir 13.45 wieder an der Einfahrt (nicht die ersten) und warten geduldig auf Einlass. Punkt 14 Uhr geht’s los. Ich habe in der Zwischenzeit online reserviert und bezahlt. Die Dame ist nun zufrieden und wir auch.

Mit Turnschuhen bewaffnet machen wir uns auf die Socken. (haha) 

Ziel: Kathedrale

Auf einem Hügel, äh Vulkankegel. 

Zuerst ne steile Straße „Rue de Table“. Also wie n Tisch sieht das nicht aus.

Um in die Kathedrale zu kommen, muss man dann 131 Stufen rauf. Uff. 

Am Eingang der Kirche kommt einem das untere Ende der Rue de Table ziemlich weit weg vor. 

Blick nach unten

Blick von der gleichen Stelle aus nach oben

Eingang ist nicht gleichbedeutend mit „ich steh jetzt in der Kirche“ 

Nein, die nächste Treppe mitten in die Kirche rein, endet am Altar.

Blick vom Eingang aus in die Kirche: wieder Treppen

Le Puy-en-Velay ist der Ausgangspunkt einer der Jakobswege. Jeden Morgen um 7 Uhr findet eine Pilgermesse mit Segnung statt und die Pilgerer sollen so direkt zur schwarzen Madonna geführt werden. 

Die Armen, die haben danach noch 1300km Pilgermarsch vor sich. Toller Start. 

Altar mit schwarzer Madonna 

Der Ort mutet südländisch an.

Kleine Gassen, immer steht irgendjemand mit Fotoapparat im Weg rum. 

Wer’s mag, kann hier geklöppelte Deckchen und Gardinen kaufen. Le Puy-en-Velay ist dafür bekannt. 

Der Nachbar – Vulkan – Kegel mit der Statue der Notre Dame de France.

Gerd war später nochmal auf dem Vulkankegel vom Buchcover, ich hab gestreikt, nochmal??? X Stufen hoch und von oben n schönes Bild gemacht. 

Überall wird mit einer wunderbaren Radtour auf einer ehemaligen Bahntrasse geworben, ohne Autos, 5 Tunnels, ein Viadukt. 

Wir gehen der Werbung auf den Leim. 

Anfangs ist es ja noch ganz lustig. 

An der Loire entlang 

Es geht bald durch den 1. Tunnel, 1,3 km lang, der längste ist 1,4km. 

Nachdem alles mit Licht top ausgestattet ist, haben wir als back-up nur ne Taschenlampe dabei. 

Der Tunnel ist wie die übrigen 4 auch eiskalt, es zieht, ist muffig und ich sehne mich nach den kurzen Tunnels in Cinque Terre, wo es wenigstens warm war… 

Zwischen den Tunnels ist manchmal ne schöne Aussicht

An einer dieser Stellen spricht uns ein redseliger Engländer, der eigentlich aus Australien kommt, auf unsere Fahrräder an.

Er hat auch ein Trek, das war der Ausgangspunkt einer mindestens halbstündigen Unterhaltung.

Er hatte gute Tipps, wo es in Frankreich noch schön sei.

Ein bisschen schwierig war nur seine englisch ausgesprochenen französischen Ortsnamen zu verstehen…das alleine hat schon ne Weile gedauert.

Aber sehr nette Leute. Haben wir später immer wieder getroffen, kein Wunder, wenn beide „Parteien“ eine Bahntrasse fahren. Viele Abbiegemöglichkeiten gab’s nicht.

Das Viadukt haben wir auf der Hinfahrt überquert, ohne es zu merken. Für das Foto ist Gerd auf dem Rückweg über eine Begrenzung geklettert, nahe am Abgrund, nur damit ich es überhaupt sehe. Weder beim drauf- noch rüber fahren noch zurück blicken hat man was gesehen.

Haben momentan von „alten Bahntrassen“ genug. Wenigstens ist als wir zurück kommen, der tolle Berg im besten Licht.

Das war die Auvergne. 

Montag 15. Juni haben wir einen Termin zu Hause. So machen wir uns Freitag, 12. Juni mit einem Zwischenstopp auf einem Bauernhof (France Passion) , der Hühner und Rinder hält auf den langen Heimweg.

Wir kaufen im Hofladen Eier und Käse und haben das Glück, heute nicht kochen zu müssen. 

Es kommt immer am Freitag Abend ein Foodtruck.

Verschiedene Bauern haben sich zusammen geschlossen und vermarkten so ihre Produkte. Verkauft werden Burger (Rindfleisch von „unserem“ Bauern) mit Käse von „unseren“ Kühen in superleckerer Semmel mit Mehl von einem örtlichen Bäcker.

Das Gemüse natürlich auch topp frisch, die Pommes aus Kartoffeln inkl Schale, alle sind total nett.

Der Ort mit dem Hof ist mini, als unsere Gastgeberin bei der Ankunft sagte, wir können am Foodtruck was zu essen kaufen und er sich auf ihrem Hof installierte, hatten wir das Gefühl, wir „müssen“ jetzt da was essen „der wird das doch nicht nur für France Passion Gäste machen? Wir sind die einzigen…“

Und dann entpuppt sich das ganze zu nem Freitag Abend Spektakel. Es ist ein ständiges kommen und gehen. Im Hof sind Bier-, hier wohl eher Weintische aufgestellt. Ich zähle die Autos, immer so 12 Stück.

Und wir dachten, der macht das für uns… Wie naiv.

Wir lernen die Kinder des Hofes kennen, die bei uns vorbei kommen „je m’appelle Valentin, c’est mon chat Pitou. C’est son (oder mon?) anniversaire, 7 ans.“

Habe nicht raus gekriegt, wer 7 Jahre ist, weil auch seine Schwester was sagen wollte und so beschränkte sich mein Part der Konversation auf „ah“ „quel bon nom“ und „je m’appelle Sabine“. So, das wissen die beiden jetzt auch.

Mit Stallgeräuschen, Melkmaschinen etc. werden wir am nächsten Morgen geweckt und können so nicht verschlafen 😉

Wie daheim.

Ohne Staus, aber mal wieder mitten durch Freiburg, fahren wir heim.

Dort erwartet uns ne Baustelle, so dass wir kaum zum Haus kommen, unsere Nachbarn, die uns über Neuigkeiten aus der Bucher Str. berichten.

Und ein Strafzettel aus Freiburg vom 1. Tag unserer Reise. 20€, Mist. Der Kreis hat sich geschlossen.

Das letzte Bild unserer Auvergne Reise ist ein Portrait von Gerd. 

Willkommen im Allgäu!

Die Auvergne:

6700 Hm

370 km mit m Rad

3340 km mit m Auto

29 Tage

Wetter: Glück gehabt, kaum Ausfälle, nicht viel gefroren, oft geschwitzt. Die Gegend um Puy-de-Dôme leider wegen schlechtem Wetter ausgefallen. Wollten nicht am Feiertag dorthin, danach war’s Wetter nicht gut genug für so hohe Berge.

Auto, Gesundheit: alles bestens

Was hab ich vermisst? Nicht viel, vielleicht das bequeme Sofa. Was nicht? Fernseher!

Nochmal Auvergne? War schön, aber reicht glaub ich, wenn man einmal da war.

Sind 5 Wochen Elsass, 1 Woche Maria Rain, dann wieder 4 Wochen Auvergne genug Wohnmobil Reisen für den Moment? NEIN!

Nächste Idee: Skandinavien, weil’s dort immer schön war und in der Hochsaison nicht so voll. Zumindest 2023.

Wann? Am besten sofort ;).

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