Warum planen….?

… wenn alles anders kommt?

Als wir im Frühjahr im Elsass waren, hab ich von der Route des Crêtes geträumt. Aber es war noch zu kalt, zu hoch, zu wolkig dort. Da dachten wir, beim nächsten Mal… Auf dem Weg in die Auvergne wieder nicht, ich weiß den Grund nicht mehr.

„Also im Herbst würden wir sowieso gerne wieder nach Frankreich fahren, so Normandie und Bretragne, DANN machen wir das.“

Es ist Herbst. Bis letzte Woche waren wir wild entschlossen, Route des Crêtes und dann weiter… Und dann scheiterte es an „dann weiter“. Wohin denn?

Nordfrankreich? Dafür ist jetzt nicht mehr Zeit genug, weil wir ja in Finnland und Baltikum zu lange „rum getrödelt“ haben.

Richtung Süden, hohe Berge? Dafür sind wir in den letzten Wochen zu wenig geradelt.

So what?

Doch nochmal Elsass, da ist doch jetzt Weinlese.

Weinlese? Wie wäre es mit der Steiermark? Im Schilcherland waren wir auch nur im Frühjahr. Die Steiermark ist groß. Warum nicht?

Ein Blick in die Bücherei Kempten verrät, dass andere auch gerade in der Steiermark unterwegs sind oder es zumindest planen. Kein Reiseführer da. Also schnell am Samstag noch einen kaufen und Sonntag geht’s los.

Sonntag Abend. Stopp in Bad Feilnbach.

Landvergnügen: ein Obstbauer, der Liköre und Schnaps brennt.

Ok, Willi wird’s hier auf jeden Fall geben. 

Gemeinsam mit den Bewohnern von 3 weiteren Wohnmobilen machen wir eine „Schnapsprobe“, ohne die unzähligen Mücken, die hier rum schwirren. So viele hatten wir dieses Jahr noch nie. 

Ziemlich viel probiert, nicht alles gut, aber am Schluss hat „Äpfel-Quitten-Brand“ den Zuschlag bekommen.

Unser Stellplatz ist auch schön,…, wenn man fürs Foto die richtige Perspektive wählt.

Wir waren die letzten, die schönen Plätze waren belegt und – es wird ja keiner abgewiesen, der potentiell später ein, zwei oder mehr Flaschen Schnaps kauft – so dürfen wir neben dem Haus – ok – neben dem ehemaligen Misthaufen – nicht ok – stehen. Note: 3.

Aber die Stühle dürfen ja woanders stehen, also haben wir zum Kaffee nen schönen Blick.

„Nächste Nacht möchte ich aber wieder schöner stehen“, nörgel ich und mach mich brav auf die Suche in der Landvergnügen App. 

Kuhstau wie zu Hause auf dem Weg nach Gröbming bei Schladming am Rand des Dachsteingebirges. 

Unser Platz: ein Bio-Bauernhof mit nettem Hofladen, der uns unser heutiges Abendessen beschert: (neue) Kartoffeln und Rinderwürstchen von seinen Kühen. 

Diese hier haben noch ein bisschen Zeit zum Leben. 

Neben uns steht ein englisches Wohnmobil. Sie spricht ziemlich „komisches“ Englisch. Er hat ebenfalls einen starken Akzent, ist aber besser zu verstehen (sie sind sehr kommunikativ). 

Neben anderen Dingen erfahren wir, dass sie aus Finnland stammt und mit ihrem englischen Mann zwischen Manchester und Liverpool wohnt. Ah, daher die Sprache. 

Da hinten stehen wir. Die Engländer sind die Weißen. 

Bei einem kleinen Spaziergang beschließen wir, falls das Wetter morgen früh schön ist, evtl noch ne Nacht hier zu bleiben. 

Das ist unser heutiger „Abendblick“. 

Erstmal gut kochen und gut schlafen, dann sehen wir weiter. 

Nächster Morgen: alles grau in grau. Nutella und Erdnussbutter zum Schneiden statt schmieren, die Seife will nicht raus aus ihrem Fläschchen. Das Thermometer in der Küchenschublade sagt 13 Grad, draußen sind’s 9. 

Da fahren wir doch lieber weiter. Obwohl die Gegend um Gröbming echt schön ist und wir gerne nochmal her kommen würden. 

Geschenkte Weine haben wir dieses Mal nicht dabei, die sind alle in Finnland usw. mit gewesen. Zum Frühstück gibt’s heute selbst gemachte Brombeer – Marmelade von Uta. 

Also wer auch mal namentlich im Blog erwähnt werden möchte, gerne ein Geschenk bei uns abgeben. 😉 

Fast um die Ecke liegt der Grundlsee, unser heutiger Schlafplatz.

Mit der Sehnsucht nach einer schönen Dusche und einer Möglichkeit, das Klo zu leeren, landen wir auf nem Campingplatz in Gößl.

Ganz oben auf der „Terrasse“ mit n bisschen Seeblick. Wir sind die einzigen auf dem ganzen Gelände, die das haben!

Für 19,50€, was für Österreich ein Schnäppchen-Preis ist, liegt an jedem Waschbecken ein Putzschwamm. Das hab ich auch noch nicht gesehen. Mal sehen, wie das morgen früh aussieht. Der Platz ist nahezu voll (Die. 22.9.)

Aber n cooler Spruch am Spiegel

Kleine Wanderung zum Toplitzsee mit Mühle am Wegrand

Wasserfall daneben

Ein „Glücksdrachen“ 

Nette Schilder am Haus

Und ein Traumgarten

Da kann unser „Garten“ nicht mithalten. 

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