(Fast) in Russland und (ganz) im Patvinsuo Nationalpark
Wir sind jetzt schon die ganze Zeit ganz nah der russischen Grenze. Da sind wir ganz nah am östlichsten Punkt der EU.
Es führt eine Schotterstraße bis hin, am Schluss durch die 5 km Sperrzone, wo rechts und links der Straße gelbe Pfosten signalisieren: bis hier und nicht weiter.

Am Ende der (Welt) Sackgasse ein kleiner Fußweg,

dann ein Fluss, in dessen Mitte die Grenze verläuft hier auf einem Inselchen.

Rot-Grün für Russland, Blau – Weiß für Finnland.
Selfie am östlichsten Punkt unserer Reise

Und auf dem Weg zum Auto noch – mit schlechtem Gewissen und sicher unter Kamerabeobachtung – ein paar russische Blaubeeren gepflückt. Schmecken genauso wie finnische.


Schotterstraße zurück zur Hauptstraße, die Richtung Norden nach ein paar Kilometern wieder in Schotter übergeht, der uns bis zum nächsten Nationalpark, dem Patvinsuo, begleitet.
Wir bekommen fast eine Gehirnerschütterung, das Grauschafmobil auch, einmal schlagen die Stoßdämpfer durch und die Fahrräder sehen aus wie Sau, weil es so staubt. Ca. 110 km waren es, zum Teil schlimmster Schotter, 3-4 cm groß und n paar cm tief.
Wir sind eigentlich „durch“ als wir an dem Parkplatz ankommen, von dem aus wir am nächsten Morgen eine ca. 10km Wanderung machen wollen.
… Und schauen auf den Wetterbericht, der ab heute Abend und für morgen Regen, und nicht zu knapp, vorhersagt. Mist!
Ein Bild vom Stellplatz ist auf der falschen Kamera… Männer…
Es ist lange hell hier, und während andere jetzt, um 16:30 Uhr, von ihren Wanderungen zurück kehren, starten wir. Besser als morgen im Regen.

Mit durch geschütteltem Gehirn machen wir uns auf den Weg. Es hat sich gelohnt. Der Regen kam erst nachts und die Sonne stand schön schräg.
Zuerst ein einladender Badestrand.

Und dann ging’s ins Moor. Soweit das Auge reicht.

Beeindruckend! So viel Moor haben wir noch nie gesehen.
Ein Aussichtsturm zeigt die ganze Weite.


Wenn man von den Bohlen runter gehen würde (Gegenverkehr!), dann würde man völlig einsinken.
Deswegen sind in regelmäßigen Abständen die Bretter mal so breit, dass man aneinander vorbei kommt. Wir haben auf den 11km einmal Gegenverkehr gehabt.
Auf den letzten km sehen wir schon den Regen, haben aber Glück und bleiben trocken.

Wir starten wieder am nächsten Morgen wieder auf Schotter.

Sind aber kurze Zeit später schon auf „normaler“ Straße und fahren zu einem anscheinend sehenswerten Kloster Valamo.
Zufällig (?) kommen wir in Kontiolahti vorbei „müssen“ natürlich zum Biathlonstadion.

Am Schießstand trainiert gerade ein finnischer IBU – Cup Biathlet, dem ich viel Erfolg wünsche und sage, dass er zumindest in meinem Blog erfolgreich zu sehen sein wird. „thank you“ Interviews muss er noch üben 😉

Weiter zum heutigen Ziel: Uusi Valamo, ein orthodoxes Kloster. Gut, dass es kalt ist heute: Männer nicht in kurzen Hosen, Frauen Schultern bedeckt, keine Hunde, kein rauchen.
Der Eingang ins Klostergelände

Die Klosterkirche
Wir haben Glück, gerade sammelt ein Reisebus seine italienischen Gäste wieder ein und wir sind fast alleine.

Um kurz vor 18 Uhr läutet eine Glocke, erst einmal, dann mehrere Glocken ganz rhythmisch.
Es ist der Ruf zum Gebet, die Glocken werden manuell geläutet. Ein kleines Manschgerl zieht an den Seilen und verbiegt sich schier, um die große Glocke zum Tönen zu bringen.

Die Kirche innen

Mit ihrem 500 kg schweren Kronleuchter

Auf dem Friedhof ist außer dem Kloster Nahestehenden

der Schriftsteller Pentti Saarikoski begraben. Er ist hier sehr bekannt (hat Ulysses und Homers Odyssee ins finnische übersetzt) und das Grab wird häufig besucht, wie man sieht.

Einen Parkplatz am Fluss neben dem Kloster haben wir uns für heute als Schlafplatz ausgesucht, stellen die Mönche kostenlos zur Verfügung. Wir versuchen mit Seewasser den groben Dreck an Wohnmobil und Rädern weg zu kriegen.


Und relaxen bei einer Wolkenlücke

Inzwischen haben wir beschlossen, durchs Baltikum zurück zu reisen. Der Weg rüber nach Schweden im Norden und wieder runter zu einer Fähre wäre viel weiter als durch Estland, Litauen, Lettland, Polen usw. zu reisen.
Wir werden sehen.
Jedenfalls fahren wir jetzt nicht mehr weiter Richtung Lappland und verschieben das auf evtl nächstes Jahr.

Wir sind jetzt 5 1/2 Wochen unterwegs. In Deutschland ist es seit Wochen heiß. Hier werden es heute Nacht 11 Grad, übermorgen 7 Grad. Als Begleitung zum Blog schreiben habe ich heute eine Kanne Tee = heiß! gekocht und dicke Socken angezogen.