Nachdem uns der Platz echt nicht geheuer war, haben wir abends noch die Räder inkl. Hülle drauf, alles „abfahrbereit“ d. h. Schränke verriegeln, Sitz richtig rum drehen. Nur für den Fall, dass wir nachts schnell weg wollen /müssen.
Auch das Haus, das stundenlang unbewohnt ausschaute und dann doch Licht brannte, sieht „strukturschwach“ aus.

Gerd geht, egal wie alles drumrum doof ist trotzdem schwimmen im See

Und der See macht uns am Abend die Freude eines schönen Sonnenuntergangs.
Kitsch, wo alles herum trostlos ist. Passt gar nicht.

Nächster Morgen: nachts niemand gehört und gesehen. Es ist über Stunden kein einziges Auto auf der Straße vorbei gefahren.
Wir haben „so ungefähr um 10 Uhr“ unser Ölwechsel date.
Wir sind 10:10 Uhr dort. Werkstatt verschlossen, kein Anzeichen, dass sich da noch was heute was tut…
Wir warten…
Und warten…
10:40 Uhr: „wie lange warten wir noch?“ „So bis max. 11“
10:55 Uhr
Der Werkstatt – Mann kommt angefahren und macht sich gleich ans Werk.
Könnte schnell gehen.

Als er das Öl abgelassen hat und den Ölfilter wechseln will, der (Bosch!) schon bereit liegt, murmelt er völlig unverständlich was, schüttelt den Kopf, murmelt wieder was und wir interpretieren es als „wrong filter“… nuschel, nuschel… „shop buy“ nuschel nuschel.
Ok, er setzt sich wieder in dein Auto und fährt weg. Wohin? Keine Ahnung.
Unser Grauschafmobil ist derweil auf der Hebebühne und wir kommen weder an Jacke noch Buch noch was zu trinken…

Wo kauft er denn n passenden Filter? Wie zuerst vermutet, einfach bei der Konkurrenz nicht weit weg, war gestern die, die erst nächste Woche einen Termine gehabt hätte, stimmt schon mal nicht. Die war nur ein paar hundert Meter entfernt…
20 min später kommt er wieder.
Mit Filter in der Hand und lächelt. Puh, Glück.

Eingebaut, kurz noch ne Suchaktion, bei der ich trotz Simultan google translater nicht heraus kriege, was er sucht…. Wir glauben, er hat ne Schraube verloren,, als er den alten Filter in so eine Schüssel gelegt hat… Google translater versagt…
Naja, er kruschtelt in seiner Werkstatt herum und ist schließlich fertig.
Bordcomputer zurück setzen geht leider nicht, wahrscheinlich ist seine Software älter…
Also fahren wir den Rest der Reise mit der ständig aufploppenden Meldung „Motorölwechsel fällig“ und leuchtendem Öllämpchen…
Aber mit gutem Gefühl und 175€ weniger Geld.

So nah wie heute waren wir noch nie an der russischen Grenze.
Also fahren wir mal direkt dorthin.
Schon spannend!

Also die ganzen gesperrten Wege, die wir schon hatten (durch Bagger oder Schilder „Route barrée“) ist, waren da doch eher easy.
Das hier flößt doch mehr Respekt ein.

Da hinten ist also Russland. Wie wir später erfahren, ist erstmal 5 km finnisches und dann 30 km! russisches Gebiet, das nicht betreten werden darf.
Darauf essen wir ein paar Lakritz. Die gibt’s hier in 1000 Varianten. Diese hier sind scharf, die rote Farbe ist nicht Erdbeer sondern Chili.

Wie gut es uns geht, so frei zu sein. Daran denkt man in solchen Situationen.
Auch, als wir am Abend nahe unseres Stellplatzes Schützengräben und Bunker sehen.

