Genauso müssen sich Analphabeten fühlen. Man kann sich nichts herleiten, wie man das von anderen Ländern kennt.
Diese Sprache….
Wir freuen uns total, wenn wir was zweisprachig sehen, denn aus schwedischen Worten kann man oft das deutsche herleiten. Beim finnisch geht das leider nicht.
Egal mit wem man spricht, keiner kann keinen verstehen.

So wie wir letzte Woche gelacht haben, wenn es auf den Ålandinseln „grilli Tommatti“ und „Wursti“ gab, so freuen wir uns jetzt über solche dem Deutschen verwandten Worte.
Normalerweise tappen wir einfach im Dunklen..Man kann auch nicht alles mit Google Übersetzer simultan übersetzen, z. B. unterwegs im Auto…
Finnen lernen ab der 1. Klasse schwedisch ,ab der 3. Englisch und ab der 5. Können sie bei Interesse deutsch oder französisch wählen.
Und wir Deutschen? Eine Fremdsprache, und die oft nur ein paar Jahre.
Willkommen im Finnland!
Unsere Fähre hat nur eine 3/4 Stunde von der letzten Ålandinsel bis Festland Finnland gebraucht.
Wir steuern Turku an.
Da wir das Wohnmobil während der Stadtbesichtigung nicht mit den Fahrrädern irgendwo stehen lassen wollen, suchen wir uns wieder einen Campingplatz mit Busverbindung zur Innenstadt.
Es gefällt uns zwar nicht so gut, aber was soll’s?
27€ ist für hiesige Verhältnisse ein guter Preis.
Da muss man auch mal „Enge“ und nahe Nachbarn in Kauf nehmen.

Alles nicht so einfach hier. Zuerst mal überhaupt raus kriegen, wo wir aussteigen müssen..
Und dann auch wirklich aus dem Bus heraus erkennen, wenn wir genau dort sind. Spannend für so analphabetische Landeier.
Der erste Eindruck ist sportlich. Wir geraten mitten in den Turku Triathlon rein. Bisschen Sonnwendlauf – Feeling, nur größer.
Die Verpfleger rufen nicht „Wasser“ und „Saft“, sondern „water“ und „red bull“

Wir sind gerade in der Wechselzone Fahrrad /Laufen (Halbmarathon), die Läufer irren z. T. schon ziemlich kaputt, um ihr Rad abzustellen und den Ausgang zur Laufstrecke zu finden, wo sie ihren Radhelm und – schuhe gegen Laufschuhe tauschen. Gute Idee, denn es schauert ständig.

Der Sponsor ist nicht zu übersehen.

Dann aber los mit sightseeing.
Das alte Gefängnis ist jetzt ein Hotel.
Irgendwie sieht es nach „weder – noch“ aus

Die Hinterhöfe sind nicht einladend.

Heute ist Sonntag. Die Markthalle, eines der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist – Tataaaa – geschlossen. Mist. Schlechtes timing.

Alte Apotheke von außen

Und von innen

Häuserzeile, nicht so schön

Der Fluss Aurajoki fließt mitten durch die Stadt

Und wenn gerade keine Brücke in der Nähe ist, nimmt man eben die Fähre.

Früher war dieser Pub am Busbahnhof mal ein… öffentliches Klo (inzwischen laut Reiseführer gründlich gereinigt) Was denen so einfällt.

Unser „Glück“ setzt sich fort: die Kathedrale ist – Tataaaa – von Februar bis Dezember 2026 wegen Restaurierung geschlossen.

Davor mein? nee, Gerds? Auto

Wenigstens die alten Häuser sind nicht geschlossen (weil nie fürs Publikum offen gewesen)


So allmählich sind wir ganz schön kaputt.
Bevor wir in ein Freilichtmuseum gehen, müssen wir uns erstmal erholen.

Gut war der Kaffee nicht, aber sitzen tut sooo gut.
Dann geht’s durch ein ca. 200 Jahre altes Stadtviertel, das einen Riesenbrand Turkus schadlos überstanden hat und am gleichen Ort wie im frühen 19. Jahrhundert ist. Die Holzhäuser wurden als Handwerker-wohnungen und Werkstätten eingerichtet.

Interessant!
Ein Schuster

Ein Sattler

Geigenbauer

N Dorfladen darf auch nicht fehlen

Dank guter App finden wir tatsächlich nach über 14km durch die Stadt latschen unsere Bushaltestelle wieder und fahren mit müden Knochen heim.
Turku war interessant, aber keine schöne Stadt.
1 Stunde später: Gestern haben wir Spaghetti bianco übrig gehabt (kommt sonst nie vor). Heute freuen wir uns, nicht mehr kochen zu müssen.
Tupperschüsseln hat man leider nie die passende und so muss der Campingplatz – Lageplan als Deckel herhalten.

Neuer Tag – neuer Regen.
Unsere Campingplatz Nachbarn haben das gleiche Ziel wie wir: Helsinki
Ein bisschen verunsichert, weil die vorgebucht haben und wir nicht, will ich das von unterwegs erledigen und kriege postwendend die Antwort „fully booked“. Alternativen finden wir keine. Hauptstadt, viele, nicht immer wohl gesonnene Leute, usw. Nein, hier lassen wir unser Grauschafmobil nicht irgendwo unbewacht stehen.
Planänderung = Routenänderung.
Wir fahren erst in 2 Tagen nach Helsinki, da haben wir noch einen „schmalen Platz, keine Markise, kein Grillen, keine Stühle neben dem Auto“ ergattert.
Und suchen uns mit Hilfe einer neu entdeckten App, das finnische Park4Night mit dem lustigen Namen Matkaparkki auf ungefähr der Hälfte der Strecke nach Helsinki einen weiteren Superplatz!

So kann Finnland bleiben, außer das Wetter. Temperaturen sind so 16-18 Grad. So 1x/Woche gönnen wir uns ein Heute Journal, da reden sie von Temperaturen von 38 – 40 Grad in Deutschland. Soooo heiß wollen wir’s natürlich auch nicht. Also keine Jammerei!