Wiedergutmachung

Im Cantal: Église-Neuve

Die nächste Nacht wird anders! Das war die Devise. Ainsi sôit-il.

Der nächste Platz ist ein France Passion Platz auf einer Rinderfarm. Wir sind im Cantal, das bekannt für die Kühe ist.

Als wir ankommen, werden wir von einer netten Bäuerin instruiert, hinter ihrem Quad herzufahren, sie bringt uns zu unserem Schlafplatz. Ob wir = ich das alles richtig verstanden habe, weiß ich nicht, aber wir fahren einfach hinter ihr her.

Bild von Quad

Und finden uns als sie sich mit einer Handbewegung verabschiedet und umdreht, mitten im Nichts wieder. Fast 360°Blick, Stille. Größer kann der Kontrast zu gestern nicht sein.

Aber wir finden, das haben wir verdient.

Touren gibt es hier im Nichts natürlich nicht, aber ich (!) komoote mal ne kleine Runde (ohne Singletrails!!) und schon 200m von „daheim“ entfernt hätten wir fast umkehren müssen, weil ich mich nicht durch die Pfütze traue, die eigentlich eher ein Bach ist , der über die Straße fließt und irgendwie blockiert ist.

Gerd ist mein „Retter“ und hilft erst meiner Kraftfliege und dann mir „über die Straße“. Betreutes radeln.

Ehe wir uns versehen, sind wir schon wieder auf nem Pass

Ein kleiner See, idyllisch

Als wir wieder zurück auf unserem Traumplatz sind, gehen wir erstmal großzügig shoppen im Hofladen.

Saint-Nectaire (Käse), Boeuf Bourginon und ein Likör aus, wir glauben es ist Enzian, haben es aber noch nicht gegoogelt und die Blüten auf der Flasche und die französische Erklärung haben wir leider nicht verstanden. Aber nett war’s und ich hätte dem netten Käser bzw Rinderzüchter am liebsten alles abgekauft, was er dort rumstehen hatte.

Käse wird gleich angeschnitten. Ausgezeichneter Kauf. Nur n bisschen viel, aber jetzt gibt’s halt die nächsten Tage mehr Käse als Salami…. Bis wir bei nem Salami – Macher übernachten. 

Das da ganz hinten ist der Hof. Um uns herum nichts.

Eigentlich wollen wir hier gar nicht weg. Aber 1. ist es bei France Passion nicht üblich mehrere Nächte zu bleiben und 2. hat die Umgebung auch außer „nichts tun“ nichts hergegeben.

Also brechen wir auf nach 

St. Martin – Valmeroux. 

N verschlafenes Nest mit Kirche, sonst nichts. 

Strahlendes Wetter am nächsten Morgen und wir starten Richtung Salers, 9 km bergauf, eine kleine Stadt, deren Namen man von den Rindern oder aber auch vom Käse kennen könnte. Wir kannten sie vorher nicht. 

Rinder sind hier jedenfalls genug.

Und Käse können wir gerade keinen kaufen, weil wir noch ein paar Tage an dem Viertellaib St. Nectaire arbeiten. 

Durst! 

Als wir Fotos von der schönen Aussicht machen, fragt ein netter Herr, ob er ein Foto von uns machen soll. 

Richtung Col de Néronne 

Die kleine Straße schlängelt sich über 9 km am Berghang entlang.

Plötzlich vibriert meine Uhr: Emergency Alarm von Nicos Uhr, die mir eine Nachricht schickt, wenn sie merkt, dass Nico gestürzt ist. Ich bin gerade mitten in einer Serpentine. Oh nein, was ist denn jetzt passiert? Ich ruf an: alles in Ordnung, war n Fehler von Nicos Tacho

Nico sitzt zu Hause und wollte gerade los. Hätte ich auch selber drauf kommen können, wenn ich die Koordinaten in maps eingegeben hätte. Aber egal, Hauptsache alles ist gut.

Weiter geht’s. Tolle Aussicht an allen Flecken und so genug Päuschen zum verschnaufen. 

Nach 9 km ist es geschafft.

Der Blick zurück

Und der Blick nach vorne, auch alles voller Berge, allerdings belassen wir es dabei und haben nun 18 km Abfahrt auf bester Panorama Straße vor uns.

Und mit Blick auf die Wettervorhersage beschließen wir spontan noch schnell zu waschen, da es die nächsten wohl keine gute Idee sein dürfte…

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