Nächste Etappe: ein Bilderbuch – Bauernhof.
Wir fahren auf den. Hof, außer uns keiner da. Der Bauer kommt und wuuuusch , ein Papagei, wunderschöner Ara, fliegt über meinen Kopf und setzt sich auf seinen Arm.
Huch!
Wir sollen uns einfach irgendwo in die Apfelbaumwiese stellen. Bei Park4Night hatten wir gelesen, dass sie litauisches Frühstück anbieten. Wir fragen nach. Und nach Rückfrage bei seiner Frau und „zähen“ Zeitverhandlungen über die Uhrzeit einigen wir uns auf 8:30 Uhr.

Überall bewegt sich hier was. Wir erkunden den Hof und müssen erst mal aufpassen, dass wir nicht auf den kleinen Frosch treten.

Dem „Gemääähe“ nach stehen wir vor einer Schafherde.
Eine kleine hochschwangere Ziege schaut sich uns auch mal an.

Hier entsteht später dieses Bild, das ich der Grauschaf – Freundin Renate heute zum Geburtstag schicken möchte.

Bei dieser Aktion fiel Grauschaf auf die Wiese. Ich bin aber zu klein und komme nicht ran. Die 2 größten Schafe kommen gleich neugierig an, ich steh unter Druck. Gerd rufen kann ich nicht, also beuge ich mich drüber und steche mir dabei den Maschendrahtzaun in die Rippen. Irgendwas hab ich mir dabei verletzt, es tut jeden Tag mehr weh (es ist jetzt 3 Tage später) … Nur fürs Foto…. Das nur nebenbei.
Weiter zu unserem Hof: Wir trauen unseren Augen nicht. Da läuft doch ein Pfau?!

Er will nichts von uns wissen und hebt ab auf den Hühnerstall

Esel und Pony, das sich fürs Foto rechtzeitig versteckt hat.

Gänse und Enten

Kaninchen, Wellensittich, Nymphensittiche, alles da.
Echt n Bilderbuch-Bauernhof! Der Chef werkelt den ganzen Nachmittag an einer Hütte, die Frau lasiert die ganzen Holzteile. Und wir bekommen Besuch von?

Leider habe ich den Namen vergessen, war lettisch. Sprechen kann er noch nicht viel, ist noch ein Baby (1,5 Jahre), aber ein Nichtsnutz, denn auch der Frau turnt er ständig auf der Hand mit dem Pinsel rum. Dann bringt sie ihn wieder weg und 2 Minuten später ist er er wieder da. Lustig zuzuschauen.
Als er dann wieder kommt während wir kochen (hat für Papageiengeschmack scheinbar gut gerochen) und sich auf unser Dach bzw. die Tür setzt, hört der Spaß dann doch auf und er wird von seinen „Herrchen“ abgeholt und abends nicht mehr gesehen.
Am nächsten Morgen unser litauisches Frühstück,das uns an English Breakfast erinnert.

Bacon, Würstchen, Pilze, Rührei bzw Omelette, konnte man nicht genau sagen, verschiedene Brotsorten, mehr oder weniger lecker, Gemüse und: Wachteleier (schmecken genauso wie Hühnereier, nur ist es nur ein Haps und weg ist es.

Zum Nachtisch mit Apfel gefüllten Pancake mit Vanilleeis. Wir lassen an dem Tag die Mittags-Brotzeit aus.

Der Chef erklärt uns und der mit essenden Studentin aus Colorado, die ab dem kommenden Semester in Florenz Kunst und Italienisch studieren wird und vorher einen kleinen EuropaTrip macht (hat in einer fertigen Hütten übernachtet), das es (fast) alles aus eigenem Anbau ist (Schaf-Wurst, Gänse Omelett, Ziegenkäse).
Schade, dass Litauer nicht viel von Marmelade halten. Ich hatte im Garten Himbeersträucher ausgemacht…
Mit super vollem Bauch ziehen wir weiter. Ein ehemaliges Gut, im Internet steht, es wird wieder aufgebaut?
Leider ist davon nichts zu sehen.

Überall in Litauen sieht man verlassene Häuser aus der sowietischen Zeit, verfallende Gebäude ehemaliger Kolchosen. Schön ist es nicht.
Und die Autofahrer…
Man fällt solche Urteile ja schnell, aber wir denken wirklich, sowas haben wir noch nicht erlebt.
Völlig ohne Rücksicht brettern die rum. Überholen, scheren aus, ein, prügeln über Schlaglochpisten. Einfach nur schrecklich.
Zu allem Überfluss geht zusätzlich zu unserem „Motor Ölwechsel fällig“ Lämpchen (der Typ in Finnland konnte den Bordcomputer nicht zurück setzen) auch noch das Motorkontrolllämpchen an und kurze Zeit später fährt der Motor nur noch gedrosselt weiter.

Wir können zwar fahren, aber eben nur auf halber Flamme.
Planänderung: wir brauchen eine Werkstatt. Es ist Samstag vormittag. Oh Gott, wo?
Wir sind ca. 50 km von der zweitgrößten Stadt Litauens entfernt.
Laut Google haben noch mehrere bis 14/15/20 Uhr offen.
Großstadt, genervt, diese Autofahrer… Und dann die Werkstätten: eine ist gar keine, ist ein Autohändler, eine statt offen nun doch zu, eine offen, aber durch die Tür hätte unser Auto in der Höhe gar nicht rein gepasst,eine, der wir unser Auto nicht anvertrauen wollen.
Wir geben auf. Verschieben die Reparatur auf Montag.
Und suchen und finden einen Platz 25 km von Kaunas (merken! Schrecklichste Stadt Litauens!) auf einer privaten Wiese.
Sowie wir drauf fahren, kommt ein junger Mann raus „geschossen“ „you are here for camping?“
„Heavy rain is coming, you can’t park here“

„I forgot to put the?? Stop sign“. Na gut, ganz vorne dürfen wir doch bleiben (hoffentlich kommen wir dort wieder weg und versumpfen nicht)
Er bringt schnell das Absperrband an.

Der Regen ist, verglichen mit den Regenfällen des letzten Wochenendes wenig.
Doof ist, dass die Gegend hier echt schrecklich ist und wir hier 2 Nächte bleiben müssen, bis wir Montag nach Kaunas, hurra!, dürfen.
Hoffentlich ist es nichts Schlimmes und die können es gleich richten.

Heute, Sonntag, ist schönes Wetter und damit wir überhaupt was machen, komootet Gerd ne 5km Runde, die furchtbar schrecklich war.

Wir haben Vilnius zu besuchen aufgegeben. Sind ein bisschen (mehr) genervt von Litauen mit seinen Straßen, Autofahrern, öder Landschaft.
Rechts oder links? Ok.

Nicht, dass es hier keine schönen Fleckchen geben kann. Wir haben einfach keine Lust mehr sie zu suchen.
Highlight an „bunt“: die prall gefüllten Apfelbäume. (leider schmecken nicht alle Äpfel)

Aber unser Grauschafmobil hat ein „eigenes“ Schild. Außer uns ist niemand hier (das Absperrband hängt ja nun)

Wenn alles, was ein Land zu bieten hat, nur hier und da ein zugegeben schöner Nationalpark ist, aber dazwischen soooo viel Leerlauf, macht das Reisen keinen wirklichen Spaß.
Die Länge der Schotterstraßen sind direkt proportional mit der Laune der Fahrenden und der Begeisterung für das Land.

Montag früh: keine der angemailten Werkstätten hat geantwortet. Wir suchen uns eine mit guten Bewertungen. Warum muss die am anderen Ende dieser! Stadt sein? Als wir ankommen, ähnliches Ambiente wie Allgayer in Maria Rain.
Eine Frau empfängt uns (gutes Englisch), aber als wir ihr unser Problem geschildert haben, meint sie, wenn es ein Elektronikproblem sei, sind sie nicht die richtigen, es wäre heute auch nur EIN Mechaniker da, aber nicht weit (puh, wenigstens etwas) sei eine andere Werkstatt. Aber: der dort kann „nur“ litauisch und russisch. Ob sie dort anrufen und unser Problem beschreiben soll? Oh, das ist ja mal super nett und hilfsbereit. Wir sind begeistert, aber es kommt noch besser.
Als wir unser Problem genau beschreiben, holt sie doch den einen einzigen Mechaniker, der uns sagt, er könne einen „Quick check“ machen. Soll heißen: Bordcomputer auslesen (das, was der in Finnland beim Ölwechsel nicht geschafft hat).
Er findet die nun schon ältere Fehlermeldung „Ölwechsel fällig“, den Rest, den er sieht, verstehen wir nicht. Er checkt grob verschiedene Dinge im Motorraum, ist mit allen zufrieden. Leider kann er mit seinem Gerät auch nicht das Ölwechsel – Serviceintervall zurück setzen, aber er macht den entscheidenden Move: fragt Google, dann guckt er ein Youtube Video, lässt sich von uns die Dinge übersetzen, die unser Display anzeigt und startet dann die manuelle Zurücksetzung: 1x voll das Gas durchdrücken, 7x voll die Bremse, Rest hab ich vergessen, aber: die Fälligkeit des nächsten Ölwechsels springt auf 25000 km. Yessss! Ölwechsel Lämpchen und! Motorkontrolllämpchen sind aus! Er ist aber noch nicht zufrieden, will eine Probefahrt machen (mit Gerd).
Dann ist er – und wir erst! – wirklich zufrieden. Lämpchen bleiben aus. Das ganze hat über ne halbe Stunde gedauert und er will nichts dafür haben.
Was er aber bekommt, ist ein fettes Trinkgeld. Ich weiß nicht, wie das woanders oder gar in der Servicewüste Deutschland abgelaufen wäre. Wir sind einfach nur glücklich. Beim raus fahren aus Kaunas belese ich mich, dass ich der Stadt evtl. Unrecht getan habe mit meinem Urteil am Samstag. Es soll eine wunderschöne Altstadt haben.
Unser „Held“, super nett, hilfsbereit, hat echt Spaß und Ehrgeiz gehabt, uns zu helfen.

Meine Meinung war – zu Recht – geprägt von der Odyssee am Samstag und dass Autowerkstätten wahrscheinlich nicht in den schönsten Bezirken der Städte liegen. Vielleicht bekommt sie bei einer weiteren Gelegenheit eine zweite Chance?