Berg der Kreuze

Die Straße nach Litauen, eine einzige Schotterpiste. Hätte es eine andere Möglichkeit gegeben? Wir wissen es nicht.

Wellblechpiste oder Schlagloch an Schlagloch wechseln sich auf ca 50km ab. Wir und alles im Wohnmobil sind völlig durch geschüttelt und genervt.

Nächster Schlafplatz:  ein Parkplatz in Zemailcju Kalvarija Kirchengelände, der für Menschen geschaffen wurde, die zur Basilika pilgern. So wie wir heute 😉 

Nebenan ein Altersheim. Ein altes Mütterchen hinkt mit ihrem Rollator an uns vorbei „Guten Tag“ Viele Alte hier können deutsch.

Wir machen unsere Fahrradhülle ab. Schock! So schlimm haben wir uns das nicht vorgestellt. Unsere Räder und alles andere sind mit einer dicken Staubschicht überzogen. Nein! 

Notdürftig pusten und fegen wir alles ab. Auch im Innenraum ist alles staubig. Sch… 

Den Schlüssel für die Dusche hätten wir im Altersheim holen können. So weit sind wir also schon. Aber die Tür war offen.

So haben wir einen ziemlich ruhigen Platz neben Kirche und Altersheim.

Und weil wir unsere Räder auf Freisteh – Plätzen immer schon abends drauf tun (und immer noch keinen rausziehbaren Fahrradträger haben) frühstücken wir morgens auf einer Bank der „Senioren – Rennstrecke“.

Schön für sie. So hatten sie richtige Action als Abwechslung in ihrem Alltag.

Natürlich gehen wir auch in die Basilika, erinnert ein bisschen an Vierzehnheiligen. Sind sogar ein paar richtige Pilger dort. 

Auf Wiedersehen! Schön war’s hier.

Kirchlich wie der Tag begann, geht’s weiter zum „Berg der Kreuze“, 10m hoch. 

Schon seit langer Zeit wurden hier Kreuze zum Gedenken aufgestellt. In „jüngerer“ Vergangenheit waren es 1000e, die nachdem sie zuerst nach Sibirien deportiert wurden, überlebt haben und für ihre gefallenen Kameraden je ein Kreuz errichteten. Mehrfach wurde er während der sowietischen Besetzung platt gemacht, nur um hinterher noch mehr Kreuze zu beherbergen.

Der Ort wurde zum politischen Symbol der gegen die kommunistische Herrschaft der Sowjets.

1990 wurden Studenten beauftragt, die Kreuze zu zählen, bei 50000 hörten sie auf.

Klar wird das inzwischen vermarktet, der Parkplatz kostet was, überall kann man Kreuze kaufen, aber ist es nicht in Vierzehnheiligen das gleiche?

Ich war sehr beeindruckt über die Anzahl. Wenn man sich vorstellt, dass hinter jedem dieser Kreuze ein Mensch mit besonderen Gedanken steckt. Was haben diese Kreuze zu erzählen?

Wenigstens haben wir die bezahlte Stunde Parkzeit voll ausgeschöpft.

Nach so viel Kreuzen fahren wir durch unendliche Felder… 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert